Holzpellets?
Holzpellets sind kleine zylindrische Presslinge, die, wie der Name schon sagt, aus Holz hergestellt werden. Als Grundstoff werden Säge- oder Hobelspäne, also Abfälle der holzverarbeitenden Industrie, benutzt. Daraus werden dann die Pellets gepresst – ohne Zusatz von chemischen Zusatzstoffen oder gar Klebern.
Die Herstellung von Holzpellets ist eigentlich recht einfach – und doch eine Kunst. Die folgende Grafik erklärt schematisch den Ablauf der Pelletsherstellung. Durch einen Klick vergrößert sich das Bild.
Die Schritte im Detail:
- Anlieferung des Rohmaterials: Idealerweise steht ein Pelletwerk in der Nähe des Rohstoff – d.h. nahe an einem oder mehreren Sägewerken
. Das sorgt für eine niedrige Umweltbelastung und senkt die Transportkosten. Im German Pellets Werk in Herbrechtingen, z. B. wurde das ideal gelöst – die Späne können quasi vom Sägewerk über den Zaun geschmissen werden. - Der Schwergutabscheider trennt alle schweren Stoffe wie Steine, Nägel oder andere Fremdstoffe ab. Das Hammerwerk zerschlägt anschliessend die Späne – damit werden die größeren Hobelspänen und das Sägemehl auf eine einheitliche Größe gebracht.
- Der Trockner macht genau das, was seine Name andeutet: Er trocknet die Späne und entzieht ihnen bei ca. 90° fast die gesamte Feuchtigkeit. Anschliessend können die Späne in einem Silo zwischengelagert werden.
- Nun kommt der widersinnige Schritt: Im Konditioneur werden den Holzspänen noch Stärke und Wasser beigemengt. Die Frage ist nun: Warum wird zuerst das Wasser entzogen und dann wieder hinzugefügt? Die Antwort ist ganz einfach: Die Späne müssen eine einheitliche Feuchte haben. Da das Holz aber in den unterschiedlichsten Trockungsgraden verarbeitet wird, ist es wichtig zuerst eine einheitliche Trockenheit zu erreichen, um dann durch die Zugabe von Wasser wieder den richtigen Feuchtigkeitsgrad zu erreichen. Dieser liegt übrigens bei ca 10-15%. Im Konditioneur wird auch der einzige Zusatzstoff beigemischt: ca. 1% Stärke. Die Stärke sorgt nicht für die Bindung der Pellets, sie dient lediglich dazu einen homogenen Brei für die Pellet-Presse zu erhalten (so ähnlich wie beim Abbinden einer Soße mit Stärkepulver).
- Im Reifebehälter darf der Pellets-„Teig“ dann ca. 15 Minuten ruhen. Somit werden die Holzspäne gleichmässig vom Wasser durchfeuchtet.
- Der eigentliche Pellet entsteht dann in der Matrizenpresse. Die Methode ähnelt entfernt einer Nudelmaschine oder einem Extruder für Plastikteile. Es fahren zwei rotierende Stempel die Innenseiten einer kreisförmigen Lochmatrize ab. Dabei wird der Pellets-Brei durch die Löcher in der Aussenwand gedrückt. Die Hitze der Matrize und der Druck der Stempel sorgt dafür, daß Lignin austritt. Lignin ist ein im Holz enthaltener Stoff, der die Funktion des Klebstoffes übernimmt. Die Bohrungen in der Matrize sorgen für den richtigen Durchmesser der Pellets – ein Messer auf der Seite für die richtige Länge, in dem es die Pellets einfach abschneidet.
- Solange der Pellet noch warm ist, bindet das Lignin nicht vollständig. Der Pellet ist also noch sehr weich und kann zwischen zwei Fingern zerrieben werden. Sobald der Pellet dann abgekühlt ist, wird er fest. Im darauffolgenden Sieb werden Feinanteile, also zerbröselte Pellets, abgeschieden.
- Anschliessend können die Holzpellets entweder zwischengelagert werden oder gleich in den LKW verladen und zu Ihnen gebracht werden.
Die einzelnen Schritte sind also eigentlich tatsächlich relativ einfach. Trotzdem braucht es eine Menge Know-How und Erfahrung um einen schönen, gut brennenden Pellet herzustellen. Damit Sie auch wissen, ob Sie den perfekten Pellet im Silo haben, gibt es ein paar einfache Tricks:
Schnelle Überprüfung der Qualität Ihrer Pellets:
- Riechen Sie an den Pellets. Sie werden nicht genau so riechen wie ein frischer Wald oder Scheitholz – es sollte aber ein deutlicher Holzgeruch wahrnehmbar sein.
- Nehmen Sie die Pellets in die Hand: Sind sie glatt und glänzend an der Aussenseite? Glänzende Pellets entstehen durch die Pelletierung und das Lignin – ein guter Pellet MUSS glänzen. Versuchen Sie den Pellet zwischen den Fingern zu zerreiben oder zu zerdrücken. Das darf Ihnen nicht gelingen und Sie dürfen auch keine dreckigen Finger bekommen.
- Machen Sie die Wasserprobe und werfen Sie die Pellets in ein Glas Wasser. Schwimmen die Pellets, sollten Sie über einen Lieferantenwechsel nachdenken. Denn Pellets sind hochdichtes Holz – sie können genauso wenig Schwimmen wie ein Metallklotz. Schwimmen die Holzpellets, so haben sie eine niedrige Dichte, sind wahrscheinlich schlecht pelletiert und haben mit Sicherheit einen niedrigeren Heizwert.



